• Miriam Witteborg

I. VORSCHAU - Oder: Hier entsteht mein Blog...

Mit Geschichten vom 'Apfelbach' - sowohl persönlichen, zwischenmenschlichen als auch historisch dokumentierten - rund um die der Emscher anliegenden elf Dortmunder Stadtteile - ganz nach dem Motto: Alles ist im Fluss.

Collage Emscher Dortmund

Und das war ja auch so: Da war wirklich alles drin! Also alles, was so aus dem Menschen herauskommt. Und das roch auch so, zumindest noch in meiner Jugend. Und genau deshalb fange ich meinen ersten offiziellen Blog-Eintrag mit Aplerbeck an und werde auch in den nächsten Wochen und Monaten immer mal wieder dorthin zurück kehren. Denn meistens ist es gut, am Anfang anzufangen. In diesem Fall an meinem Anfang - und der liegt nunmal in Aplerbeck begründet.

Denn: Genau da haben wir von Anfang der 1980er bis Ende der 1990er Jahre als vierköpfige Familie (Vater, Mutter, Tochter Nr. 1 und Tochter Nr. 2 = ich) in der Ruinenstraße gewohnt - in einem orangefarbenen Wohnhaus für sechs Mietparteien. Mit ebenso vielen Balkonen. Und zwischen unserem familieneigenen Mietbalkon und der Aplerbecker Emscher stand lediglich noch ein weiteres Haus; die optische Zwillingsschwester von unserem. Und gerne erzähle ich, dass (wenn dann der Wind 'günstig' stand) ein ganz besonderer Geruch aus dem Flüsschen zu uns ins Wohnzimmer wehte. Aber das war ja ganz normal. Zumindest für mich. Denn: Als junger Mensch wundert man sich ja sowieso ständig und gleichzeitig nimmt man die Sonderbarkeiten seines Umfelds als völlig selbstverständlich hin und gegeben wahr.


Dass das scheinbar dann doch nicht so ganz 'normal' war (wie die Reaktionen Außenstehender und Zugezogener mir immer wieder bestätigten) will ich hier im Blog darüber berichten:

Wie das war mit der Emscher (früher, als sie noch ein Apfelbaum-gesäumtes Flüsschen war) und wie es dann weiterging (danach, als sie in Zeiten des industrialisierten Kohleabbaus zur öffentlichen Kloake wurde) und was dann geschah (aktuell, mit der umfassenden Renaturierung) und wie es für uns war (für mich und meine Familie).


Wie ich darauf komme? Dieser Blog ist ein Schreib- und Recherche-Projekt im Rahmen der Ausschreibung Stadtteil-Historiker Ruhrgebiet, welches die GLS Treuhand Ende 2019 zusammen mit mehreren regionalen Kooperationspartner:innen ins Leben gerufen hat und welches insgesamt 18 Stipendiaten:innen Dank eines kleinen Recherche-Budgets die Möglichkeit bietet, die eigene historische Stadtteilgeschichte zu erforschen. Da haben die Emscher und ich uns zusammen beworben und wurden genommen.

So habe ich nun keine Ausrede mehr, zu sagen, dass ich ja so gern schreiben möchte, um es dann doch nicht zu tun. 

..das ist dann jetzt also der Start-Schuss - jetzt geht's los hier..


Was mir dazu noch einfällt: Am Montag, den 02.12.2019 findet in Bochum die offizielle Stipendien-Vergabefeier statt, zu der im übrigen auch interessierte Bürger*innen herzlich eingeladen sind.

Es gibt dann laut Einladung auch kostenlos etwas zu essen und zu trinken sowie einen Austausch mit Frank Goosen (meinem absoluten Lieblings-Ruhrgebiet-Autoren) und natürlich die große Präsentation aller Stipendiaten:innen und ihrer Projekte.


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Edit - Oder: Notwendiger Nachtrag


Ein kurzer Rückblick auf die Vergabefeier an dieser Stelle: Das war eine trubelige und aufregende Sache - besonders aufregend für mich, da ich zusammen mit dem Vorstand der GLS Treuhand in Bochum, Dr. Hermann Falk, ziemlich spontan das offene Gespräch mit Frank Goosen (übrigens selbst studierter Historiker - sogar erfolgreich mit Abschluss) geführt habe.

Frank Goosen im Gespräch mit Miriam Witteborg und Dr. Hermann Falk (v.l.n.r.) // Bildrechte Foto: Simon Bierwald - Rechte GLS Treuhand

Warum darf die das, fragt sich vielleicht an dieser Stelle der leidenschaftliche Goosen-Fan? Aus guten Gründen hatte ich ihn in meiner Projektskizze beim Antrag für das Stipendium frei zitiert - und habe das dann (wie es sich im wissenschaftlichen Kontext gehört) auch als Fussnote so mit angeben. Und da dachten die von der GLS sich, dass man ja den echten Goosen (wenn er denn schon eingeladen wird) direkt mit der Goosen-Zitiererin (also mich) auf der Bühne zusammen bringen könne - gesagt getan.


Mein Freund, der beste Freund von allen übrigens, meinte in diesem Zusammenhang noch recht frech, dass der Herr Goosen sich ruhig auch mal bei mir hätte bedanken können, da die von der GLS ihn bestimmt vor allem deshalb eingeladen hätten, weil ich ihn so schön frei zitierte und das dann (wie es sich bekanntermaßen im wissenschaftlichen Kontext gehört) auch als Fussnote so mit angeben habe..ist natürlich Quatsch, aber lieb.


Wer nun vielleicht noch Lust hat, einen zusätzlichen Blick auf die Feier zu werfen und mehr über die anderen 17 Stipeniaten:innen (die zwischen 16 und 82 Jahren alt sind) oder zu den Projektinhalten (mit regionalen Themen aus den Städten Bochum, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen und Recklinghausen) zu erfahren, kann das unter anderem HIER tun.